Dekubitus Fachwissen
A B C D E F G H I J K L M
N O P Q R S T U V W X Y Z


Abszeß
Ein Abszeß ist die Ansammlung von Eiter in einem Gewebe beziehungsweise Organ. Er ist von einer Wand umgeben und wird in den meisten Fällen durch bestimmte Bakterien verursacht.



Adipositas (Fettsucht)
Während ein leichtes Übergewicht noch als kosmetische Frage betrachtet werden kann, ist die Fettsucht (Adipositas) eine ernste medizinische Problematik. Neben unmittelbaren gesundheitlichen Nachteilen einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit gilt ein starkes Übergewicht als ernster Risikofaktor für das Auftreten von Zuckerkrankheit, Bluthochdruck und Gefäßverkalkung (Arteriosklerose). Letztere mit den Folgen von Herzinfarkt und Schlaganfall. Die Lebenserwartung ist deutlich geringer als bei Normalgewichtigen.



Adrenalin
Hormon, das unter anderem Kraftreserven im Körper freizusetzen vermag. Es wird im Nebennierenmark bei Stress gebildet



Aktivkohle-Silber-Wundauflagen
Aktivkohle-Silber-Wundauflagen eignen sich zur physikalischen Wundreinigung bei infizierten und infektgefährdeten Wunden sowie zur Geruchsneutralisierung. Durch die Anwendung von elementarem Silber wird eine bakterizide Wirkung erreicht. Zur Aufnahme des Wundsekrets ist ein Sekundärverband notwendig.



Alginatverbände
Alginate werden aus Braunalgen gewonnen und in Form des faserigen Calcium- oder Calcium-Natriumalginats als Wundkompressen oder als Wundtamponade verwendet. Alginate haben eine große Absorptionskapazität und bilden durch die Aufnahme von Wundsekret unter starker Quellung ein viskoses, formstabiles Gel, das die Wunde feucht hält. Die Anwendung von Alginaten ist bei Wunden mit starker Exsudation und bei tiefen, zerklüfteten Wunden angezeigt. Sie können auch bei infizierten Wunden zur Wundreinigung eingesetzt werden. Als Sekundärverband eignen sich herkömmliche Saugverbände oder die Kombination mit okklusiven Hydrokolloidverbänden.



Alter
Im Alter spielt die richtige Ernährung für Gesundheit und Wohlbefinden eine wichtige Rolle. Während der Kalorienbedarf abnimmt, ist der Bedarf an lebensnotwendigen Nährstoffen wie Eiweiß, Vitaminen und Spurenelementen im Alter erhöht. Eine Mangelernährung kommt im Alter sehr oft vor und führt zu Komplikationen wie häufige Infekte, Druckgeschwüre und körperliche Schwäche.



Alzheimer-Demenz
Ins öffentliche Bewusstsein gerückt wurde die Alzheimer-Krankheit durch den ehemaligen US-Präsidenten Ronald Reagan. Er gab als einer der ersten Prominenten zu, an "Alzheimer" erkrankt zu sein. Die Alzheimer-Demenz ist eine langsam fortschreitende Erkrankung, die mit einem Schwund der Gehirnmasse einher geht. Fallen anfangs nur kleine Vergesslichkeiten auf, steigern sich die Symtome im Lauf einiger Jahre derart, dass nicht einmal mehr die eigenen Familienangehörigen erkannt werden. Die Alzheimer-Erkrankung schreitet unaufhaltsam fort, der Betroffene wird immer unselbständiger und muss schließlich umfassend versorgt und gepflegt werden. Die Erkrankung wurde erstmals 1907 von dem Neurologen Alois Alzheimer beschrieben. Mit 60-80 % ist die Alzheimer-Demenz die häufigste Demenzform. In Deutschland sind derzeit etwa 800.000 Menschen erkrankt. Alzheimer-Demenz ist eine Krankheit des Alters. Ab dem 80. - 90. Lebensjahr sind über 40 % der Menschen an ihr erkrankt. Da die Lebenserwartung immer weiter steigt, wird uns die Krankheit in Zukunft vor außerordentliche medizinische, gesellschaftliche und finanzielle Probleme stellen.



Aminosäuren
Einfachste Bausteine der Eiweiße.



Amnesie
Damit bezeichnet man eine zeitlich begrenzte, teilweise bis totale Erinnerungslücke.



Analgesie
Aufhebung der Schmerzempfindung infolge Schädigung sensibler Leitungsbahnen des zentralen oder peripheren Nervensystems oder durch Medikamente, zum Beispiel während einer Narkose oder Lokalanästhesie.



Analgetikum
Schmerzstillendes Medikament oder schmerzstillende Substanz.



Anamnese
Vorgeschichte einer Krankheit (einschließlich früherer Erkrankung, in der Familie vorkommende Krankheitsfälle u.ä.).



Anämie
Blutarmut; Verminderung der roten Blutkörperchen, des Hämoglobins oder des gesamten Blutvolumens.



Antibiotika
Medikamente zur Behandlung bakterieller Infektionskrankheiten.



Antidekubitussystem
Speziallagerungsmatratzen aus speziellen Schaumstoffen oder mit unterschiedlichen Luftkammern. Diese werden über ein Pumpaggregat gesteuert. Zweck der Matratzensysteme ist, den Auflagedruck des jeweiligen Patienten so gering wie möglich zu halten. Je geringer der Auflagedruck des Patienten ist, desto effektiver ist das Matratzensystem.



Antigen
Substanz, die vom Körper als fremd erkannt wird.



Antikörper
Gegen ein Antigen gerichtetes Bluteiweiß.



Appetitlosigkeit
Für viele Patienten wird die Nahrungsaufnahme zum Problem. Die Erkrankung selbst und allgemeine Schwäche führen häufig zu Appetitlosigkeit. Ein Mangel an Energie und Nährstoffen ist die Folge.



Apoplex (Schlaganfall)
Der Schlaganfall ist nach dem Herzinfarkt die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Jährlich erleiden rund 250.000 Menschen einen Schlaganfall. Betroffen sind meist ältere Menschen. Nicht selten sterben sie am Schlaganfall bzw. werden aufgrund bleibender Schäden pflegebedürftig. Die Risikofaktoren für den Schlaganfall sind bekannt, eine entsprechende Vorsorge ist möglich. Ursache des Schlaganfalls ist in 80% der Fälle der Verschluss eines Hirngefäßes durch ein Gerinnsel, das sich in arteriosklerotisch veränderten Gefäßen bildet. Typisch für den Schlaganfall ist eine plötzlich einsetzende Lähmung. Therapeutisch wird zunächst versucht das Gerinnsel aufzulösen - sofern nichts dagegen spricht und der Patient innerhalb weniger Stunden ein spezialisiertes Behandlungszentrum (Stroke Unit) erreicht. Patienten mit bleibenden Schäden lernen in der Rehabilitation mit den Folgen des Schlaganfalls im Alltag zurecht zu kommen, Zur Vorsorge gehören ein gesunder Lebensstil sowie nach einem Schlaganfall bzw. einer flüchtigen Durchblutungsstörung entsprechende Medikamente.



Apoptose
Der "programmierte Zelltod". Die Erbinformation der Körperzellen enthält Informationseinheiten (Gene), die unter anderem die Lebenszeit der Zellen kontrollieren und den Zelltod einleiten können. Diese "Wächtergene" erkennen beispielsweise bei Tumorzellen, dass zellwachstums-hemmende (zytostatische) Medikamente oder eine Strahlenbehandlung die Erbinformation geschädigt haben. Folgereaktion: Das Absterben der Tumorzellen wird ausgelöst.



Arterien
Bild vergrößernSchlagadern, die vom Herzen fortführenden Blutgefäße, die über ihre Kapillargefäße den Kontakt mit den Gewebszellen finden. Ihnen vorgeschaltet sind in den Organen (z.B. Haut, Lunge) die Arteriolen (kleine Arterien), die über Kurzschlussverbindungen mit den Venolen (kleinen Venen) in Verbindung stehen. Diese Verbindungen können je nach Bedarf geöffnet oder gesperrt werden. Nur die Arterien führen hellrotes, sauerstoffreiches Blut (ausgenommen der Lungenkreislauf).





Arteriolen
Feinste Verzweigungen der Arterien-Äste.



Asymptomatisch
Ohne Symtome oder Beschwerden.



Azidose
Blutübersäuerung, sog. Säurevergiftung; Anhäufung von sauren Stoffen im Körper als Folge von Stoffwechselstörungen, besonders bei Zuckerkrankheit, wobei sich Ketone ansammeln (diabetische Ketose), ferner bei Harnvergiftungen und im Hungerzustand. Zunächst entsteht eine kompensierte Azidose. Die Alkalireserve bindet die überschüssigen Säuren, wodurch Kohlendioxid (CO²) freigesetzt wird. Diese reizt das Atemzentrum, so dass es zu verstärkter Atmung kommt und CO² abgeatmet wird; der Blut-pH (Säurewert) kann sich also wieder zur alkalischen Seite verschieben, die Azidose ist durch die Alkalireserve ausgeglichen (kompensiert). Reicht die Reserve dazu aber nicht aus, weil die Menge der anfallenden sauren Stoffwechselprodukte zu groß wird, finden sich diese frei im Blut und der Blut-pH verschiebt sich dauernd zur sauren Seite (unter 7,3); dekompensierte oder echte Azidose. Die Azidose führt zu lebensgefährlichem Koma und bedarf stets schnellstens ärztlicher Hilfe.