Dekubitus Fachwissen
A B C D E F G H I J K L M
N O P Q R S T U V W X Y Z


Hämoglobin
Bild vergrößernRoter Blutfarbstoff.
Bild: Dreidimensionale Struktur des Hämoglobins









Hämatokrit
Anteil der zellulären Bestandteile am gesamten Blutvolumen.



Hämatologie
Spezialgebiet der inneren Medizin, das sich mit der Diagnostik und Therapie von Bluterkrankungen beschäftigt.



Harnsäure
Endprodukt des Purinstoffwechsels beim Menschen.



Haut
Bild vergrößern Unsere Haut ist das größte Organ des Körpers. Beim Erwachsenen ist sie durchschnittlich 2m² groß und wiegt unter Einbeziehung des Unterhaugewebes bis zu 20 kg. Die Haut wird unterteilt in Oberhaut (Epidermis), Lederhaut (Corium) und Unterhaut (Subkutis). Die Oberhaut verhornt nach oben immer stärker und besteht in der obersten Schicht aus toten Zellen, die dauernd abgeschliffen werden. Diese Hornschicht stellt auch ein hoch spezialisiertes Speicher- und Barrieresystem dar. Die Lederhaut besitzt kräftiges Bindegewebe mit einem Geflecht elastischer Fasern. Sie enthält zahlreiche Nervenendungen, Drüsen und Haarbälge. Die Unterhaut besteht aus lockerem Binde- und Fettgewebe, durchzogen von Blut- und Lymphgefäßen sowie Nervenfasern.



Hautanhangsgebilde
Zu den Hautanhangsgebilden werden Haare mit ihren Talg- und Duftdrüsen, Schweißdrüsen und Nägeln gezählt. Alle Hautanhangsgebilde entstammen der obersten Hautschicht (Epidermis).



Hautatmung
Über die Haut werden Gase wie Kohlendioxid an die Umgebung abgegeben und Sauerstoff wird aufgenommen. Auch wenn der Anteil am gesamten Gasaustausch sehr gering ist (etwa 1 bis 2%), ist er für die Lebensfähigkeit des gesamten Organismus unverzichtbar.



Hautatrophie
Hautatrophie bedeutet Gewebeschwund der Haut unter Verschmälerung aller Hautschichten. So können zum Beispiel durch die papierdünne Haut nach Langzeitanwendung von Kortisonsalben die Venen sichtbar sein.



Hauterosion
Hauterosion bezeichnet eine krankhafte Haut- beziehungsweise Schleimhautveränderung. Es handelt sich dabei um einen oberflächlichen Gewebsdefekt innerhalb der oberersten Hautschicht (Epidermis). Die Hauterosion ist eine nässende, nicht-blutende Hautverletzung, die mechanisch oder durch Keime (Infektion) bedingt sein kann. Die Abheilung erfolgt ohne Narbenbildung. Hautveränderungen (Effloreszenzen) werden je nach Ort, Art, ihrer Form, ihrer Farbe oder ihrer Oberflächenbeschaffenheit bestimmt und eingeteilt. Andere krankhafte Hautveränderungen sind zum Beispiel Macula (Fleck durch Farbänderung), Papula (Knötchen bedingt durch Verdickung der Epidermis), Pustel (mit Eiter gefülltes Bläschen in der obersten Hautschicht) oder Bulla (mit Flüssigkeit gefüllte Blase).



Hautpflege
Eine gute Hautpflege kann nur die Schutzfunktionen der Haut erhalten, keineswegs die Ursache eines Dekubitus beseitigen.



Hautulzeration
Geschwürbildung auf der Haut.



Histologie
Lehre von Feinbau biologischer Gewebe. Die mikroskopische Betrachtung eines hauchfeinen und speziell angefertigten Gewebeschnitts erlaubt die Beurteilung, ob eine gutartige oder bösartige Gewebewucherung (Tumor) vorliegt, und kann Hinweise auf den Entstehungsort des Tumors geben.



Historie des Dekubitus
Die ersten Berichte über Dekubitus stammen bereits aus dem alten Ägypten! Es wird von einer ca. 30 Jahre alten Prinzessin berichtet, die durch eine unbekannte Grundkrankheit bedingt, einen faustgroßen Dekubitus in Sakralbereich erlitt. Als Therapie sah man eine Hauttransplantation mit der Haut von einem Schwein vor. Leider ohne Erfolg, die Prinzessin zeigte Abstoßreaktionen, an denen sie verstarb.
Druckgeschwüre wurden zuerst als "Ganraena" beschrieben, hergeleitet aus der Ätiologie "Gangraena per decubitum". Das Wort "decubitum" stammt von dem lateinischen Wort "dekubare" ab, welches übersetzt "darniederliegen" bedeutet. Im Zusammenhang mit "Gangraena per decubitum" bedeutet es "faulige Wunde durch das Liegen". Im Laufe der Zeit blieb nur noch das Wort "Decubitus" übrig. Inzwischen wurde dieses Wort eingedeutscht und wird deshalb auch mit k geschrieben.
Heute bezeichnet man die Mehrzahl eines Dekubitus in der korrekten Form als "Dekubituus".



Hohllagerung
Mit der Hohllagerung wird versucht, z.B. das Sacrum oder die Fersen "frei" zu lagern. Die üblichen Lagerungshilfsmittel für diese Art der Dekubitusprophylaxe sind ringförmige Lagerungsmittel. Ringe führen aber zu einer zirkulären Abschnürung, so dass diese Anwendung nicht zu empfehlen ist.



Hydrofaserverbände
Hydrofaserverbände weisen unter den hydroaktiven Verbänden ein sehr hohes Absorptionsvermögen für Wundsekret auf. Die Flüssigkeitsaufnahme erfolgt vertikal und schützt somit die wundumgebene Haut. Dabei bildet sich ein formstabiles Gel, das die Wunde feucht hält und sich schonend entfernen lässt. Geeignet sind Hydrofaserverbände vor allem bei stark sezernierenden Wunden.



Hydrogelverbände
Hydrogele liegen als Gel aus hydrophilen Substanzen vor und werden als Fertigverbände oder als Gel in Tuben hergestellt. Hydrogele besitzen einen hohen Wasseranteil und sind deshalb speziell zum Aufweichen und Ablösen trockener Nekrosen und Beläge sowie zur Befeuchtung trockener Wunden geeignet. Sie können aber auch Feuchtigkeit aufnehmen.



Hydrokolloidverbände
Hydrokolloide bestehen aus quellfähigen Partikeln, die bei der Aufnahme von Sekret ein Gel bilden, das die Wunde feucht hält und in das Keime und abgelöstes nekrotisches Gewebe eingeschlossen werden. Das Gel teilt sich beim Verbandwechsel und muss aus der Wunde ausgespült werden. Der Okklusiveffekt bewirkt den Schutz der Wunde. Bei Auftreten einer Infektion bedarf die Anwendung eines Hydrokolloidverbandes einer sorgfältigen und regelmäßigen Beobachtung des Wundzustandes. Das Vorliegen einer Infektion mit anaeroben Keimen ist eine Kontraindikation für die Anwendung. Hydrokolloidverbände sind in allen Phasen der Wundheilung einsetzbar. Es werden die Wundreinigung, die Bildung von Granulationsgewebe und die Epithelisierung unterstützt.



Hydromolymer-Verbände
Hydromolymer-Verbände nehmen das Wundsekret in ein strukturbeständiges hydrophiles Schwammgerüst auf. Das Material quillt unter Feuchtigkeitsaufnahme, ohne sich zu verflüssigen.
Daher kann es beim Verbandwechsel rückstandsfrei aus der Wunde entfernt werden. Sie werden eingesetzt bei granulierenden und epithelisierenden Wunden mit schwacher bis mäßiger Sekretion. In Verbindung mit Alginaten und Hydrogelen eignen sie sich gut als Sekundärverband.