Dekubitus Fachwissen
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Narbenbildung
Das Ergebnis der Reparations- und Neubildungsprozesse ist eine Überbrückung der Wundränder durch Bindegewebe - eine Narbe. Sie überragt zunächst noch das Hautniveau und zeigt eine rötliche Färbung. Mit der Zeit strafft sich das Bindegewebe und die Gefäßdurchbauung geht zurück. Daher sinkt die Narbe etwas ein und verblasst. Da die farbstoffbildenden Zellen, die Melanozyten, nicht regenerierbar sind, bräunt das Narbengewebe nicht und bleibt weiß. Seine Oberfläche ist mehr oder weniger glatt, da das Leisten- und Feldermuster der Epidermis nicht wiederhergestellt wird. Auch Haare, Talg- und Schweißdrüsen fehlen in diesem Bereich.



Narbenhypertrophie
Große, die Hautoberfläche weit überragende, auffällige Narben bilden sich meist dann, wenn im Verlauf der Wundheilung starke Zugkräfte auf das junge Gewebe einwirken. Die Kollagenfasern in der Narbe richten sich gemäß der Hauptzugrichtung aus und infolge des mehrfach einwirkenden Zugreizes werden vermehrt Blutgefäße und Bindegewebe gebildet, so dass es zur typischen Wulstbildung kommt. Bei chirurgischen Eingriffen lassen sich hypertrophe Narben dadurch vermeiden, dass die Hauptschnittrichtung parallel zu den Langerschen Linien gewählt wird. Ist dies nicht möglich, sollte versucht werden, durch einen postoperativ angelegten Kompressionsverband die Narbenwucherung zu unterdrücken. Narbenhypertrophien treten besonders nach Verbrennungen auf und hier vor allem bei Kindern. Hier kann durch entsprechende, maßgefertigte Kompressionsbandagen, die das gesamte Wundgebiet abdecken, ein besseres Narbenergebnis erzielt werden. Allerdings ist die Behandlung langwierig und setzt eine gute Mitarbeit des Patienten voraus.



Nausea
Übelkeit.



Nekrose
Bild vergrößernMit Nekrose bezeichnet man einen Gewebeschaden infolge des Absterbens von Zellen. Bild: Nekrose nach einer Verbrennung







Neoplasie
Gutartige oder bösartige Neubildung von Gewebe.



Nervenwurzel
Anfangsteil der motorischen Nerven gleich nach Austritt aus Gehirn und Rückenmark. Bei den sensiblen Nerven ist dies der Teil vor Eintritt in das Rückmark.



Neurotransmitter
Überträgerstoffe von Nervenimpulsen, zum Beispiel auch Schmerzreizen; chemische Substanzen, an den Enden von Nervenfasern oder im Gewebe gebildet. Sie sind für die biochemische Übermittlung elektrischer Erregungen von einem Nerv auf den anderen oder von Nervenfasern auf Zellen verantwortlich.



Norton- und modifizierte Norton-Skala

Bild vergrößernSiehe auch Skalen zur Ermittlung des Dekubitusrisikos. Doreen Norton entwickelte ihre Skala in den 50er Jahren in England. Es werden fünf Kategorien vorgestellt, in jeder Kategorie sind bis zu vier Punkte zu vergeben, insgesamt also 20 Punkte. Ein Dekubitusrisiko wird bei einem Punktestand von 14 oder weniger Punkten angenommen. 1985 modifizierte das Pflegefachseminar des Bildungszentrums Essen die ursprüngliche Norton-Skala nach umfangreichen Erhebungen. Es wurde damals festgestellt, dass eine große Zahl gefährdeter Patienten mit der Norton-Skala nicht erfasst wurde. Die Felder wurden daher um vier Kategorien erweitert und dies wurde ausführlich begründet. Patientenbeispiele dienten als Vergleich.
C. Bienstein, Dekubitus - Die Herausforderung für Pflegende, Thieme 1997


1. Wählen Sie die zutreffende Patientenbeschreibung (4,3,2 oder 1 Punkt) unter jeder der neun Überschriften.
2. Addieren Sie das Ergebnis
Dekubitusgefahr besteht bei 25 Punkten und weniger. Prophylaktische Maßnahmen müssen geplant und durchgeführt werden!



Nozizeptor
"Schadensmelder", Schmerzrezeptor; punktförmige, schmerzempfindliche Nervenenden, die in fast allen Geweben verteilt sind. Die Rezeptoren sind mit dem Zentralnervensystem durch sensible Nerven verbunden.