Dekubitus Fachwissen
A B C D E F G H I J K L M
N O P Q R S T U V W X Y Z


Scherkräfte
Bild vergrößernMit Scherkräften werden aus pflegerischer Sicht Verschiebungen im Unterhautfettgewebe bezeichnet. Von den Gewebeverschiebungen wird angenommen, dass sie ein eigenes Dekubitusrisiko darstellen, Blutgefäße verdrillt werden und damit die Blutzirkulation unterbunden wird.
Scherkräfte in sitzender Position:
Der Patient rutscht nach unten (a), Haut- und Unterhautfettgewebe "bleiben" in der Ausgangsposition (b).



Schlaganfall
Siehe Apoplex



Schmerzen
Bei fortgeschrittenen Dekubitus im Stadium 3 und 4 verspüren die Betroffenen häufig diffuse Schmerzen im ganzen Körper und bei jeder Bewegung. Die notwendige Schmerztherapie sollte sich in solchen Fällen an denselben Regeln wie für chronische Tumorschmerzen, die con der WHO aufgestellt wurden, orientieren. Die Gabe des Schmerzmittels sollte dabei regelmäßig erfolgen und die Dosis sich individuell nach den Erfordernissen der Schmerzfreiheit des Patienten richten.



Schmerzreize
Bild vergrößernSchmerzreize werden von schmerzempfindlichen Nervenempfängern (Nozirezeptoren) aufgenommen, die zum größten Teil als freie Nervenendungen im Gewebe liegen. Vom Ort der Gewebeschädigung werden diese Reize zum Rückenmark, von dort zum Zwischenhirn und von dieser Schaltstelle in die höheren Hirnregionen gemeldet. Die eigentliche Schmerzleitung geht über chemische Botenstoffe (Mediatoren), deren Zusammenspiel nötig ist, damit der Schmerz auch als solcher registriert wird.
Stationen des Schmerzes:
Von der Nervenzelle bis ins Gehirn: Die erste Station ist die Schaltstelle (Synapse) der Nervenzelle, in der aus den Bläschen die gespeicherten chemischen Botenstoffe bei einem Schmerzreiz freigesetzt werden. Von dort geht es dann über das Rückenmark zum Gehirn und den schmerzverarbeitenden Zentren im Kopf (Thalamus und limbisches System) weiter.



Schmerzschwelle
Grenze, ab der ein Reiz als Schmerz empfunden wird. Die Fähigkeit, bis zu einer bestimmten Grenze einen Reiz noch nicht als Schmerz zu empfinden, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Sogar bei ein und derselben Person ist die "Schmerzgrenze" nicht gleichbleibend. Wenn die Schmerzschwelle niedrig liegt, bedeutet das: hohe Schmerzempfindlichkeit (Prostaglandine senken zum Beispiel die Schmerzschwelle), liegt sie hoch, besteht geringe Schmerzempfindlichkeit.



Sepsis
Durch Mikroorganismen bedingte, den ganzen Körper einbeziehende Infektion; Blutvergiftung.



Skalen zur Ermittlung des Dekubitusrisikos
Siehe auch unsere Fortbildungs CD
Braden-Skala
In den USA ist in den letzten Jahren die Braden-Skala verstärkt eingesetzt worden. Sie umfasst sechs Kategorien, mit jeweils 1-4 Punkten, geringe Punktezahl bedeutet hohes Risiko. Neben fünf Kategorien, die auch in anderen Skalen vorkommen, wird hier eine besondere Rubrik Reibung und Scherkräfte ausgewiesen. Ernährung wird nicht verstanden als körperlicher Zustand, sondern direkt als Kalorien- bzw. Eiweißaufnahme.
Medley-Skala
Die Medley-Skala ist in Deutschland kaum bekannt. Tony Medley entwickelte seine Skala 1987. In neun Kategorien werden Patienten mit geringem, mittleren oder hohem Dekubitusrisiko ermittelt.
Norton- und modifizierte Norton-Skala
Doreen Norton entwickelte ihre Skala in den 50er Jahren in England. Es werden fünf Kategorien vorgestellt, in jeder Kategorie sind bis zu vier Punkte zu vergeben, insgesamt also 20 Punkte. Ein Dekubitusrisiko wird bei einem Punktestand von 14 oder weniger Punkten angenommen. 1985 modifizierte das Pflegefachseminar des Bildungszentrums Essen die ursprüngliche Norton-Skala nach umfangreichen Erhebungen. Es wurde damals festgestellt, dass eine große Zahl gefährdeter Patienten mit der Norton-Skala nicht erfasst wurde. Die Felder wurden daher um vier Kategorien erweitert und dies wurde ausführlich begründet. Patientenbeispiele dienten als Vergleich.
Waterlow-Skala
Ebenfalls in England eingesetzt wird die Waterlow-Skala. Sie enthält zehn Kategorien mit ganz unterschiedlichen Punktwerten, hohes Risiko korreliert mit hohen Werten. Die Ernährungssituation ist durch Appetit miterfasst.



Sonographie
Siehe Ultraschalluntersuchung



Spurenelemente
Siehe Mineralstoffe



Stammzellen
Vorläuferzellen aller Blutzellen. Vorkommen hauptsächlich im Knochenmark, zu einem kleinen Anteil im zirkulierenden Blut.



Stanzbiopsie
Gewebeentnahme mittels einer Hochgeschwindigkeitsstanze zur mikroskopischen Untersuchung.



Superweichlagerung
Bei der Superweichlagerung wird die Auflagefläche des Körpers durch Einsinken in das Antidekubitus-System vergrößert und damit der Auflagedruck verringert.
Auf allen Superweichlagerungssystemen muss aber weiter gelagert werden, um den venösen Kapillardruck zu unterschreiten und einen Abtransport von sauren Stoffwechselprodukten zu ermöglichen.



Symptome
Krankheitsanzeichen.