Dekubitus Fachwissen
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Wachstumsfaktoren
Der Einsatz von Wachstumsfaktoren zur Behandlung von Wunden erbrachte bereits vielversprechende Ergebnisse. Weitere Kenntnisse und Forschungen werden aber notwendig sein, bevor eine Lokaltherapie von Dekubitalulzera mit Wachstumsfaktoren in größerem Umfang möglich scheint.



Waterlow-Skala
Bild vergrößernSiehe auch Skalen zur Ermittlung des Dekubitusrisikos. Die Waterlow-Skala kommt aus England. Sie enthält zehn Kategorien mit ganz unterschiedlichen Punktwerten, hohes Risiko korreliert mit hohen Werten. Die Ernährungssituation ist durch Appetit miterfasst.
C. Bienstein, Dekubitus - Die Herausforderung für Pflegende, Thieme 1997
Punktwerte in der Tabelle addieren. Aus jeder Begriffsklasse können mehrere Begriffe berücksichtig und addiert werden.


Auswertung:
10 - 14 Punkte = Risiko
15 - 19 Punkte = hohes Risiko
20 und mehr Punkte = sehr hohes Risiko



Wechseldruck
Das technische Prinzip der Wechseldruckmatratzen beruht auf dem Gedanken, verschieden angeordnete Luftkammern abwechselnd mit Luft aufzupumpen bzw. die Luft zu entleeren. Je nach Form oder Anordnung der Luftkammern, der Leistungsfähigkeit des Systems und der Anzahl der Luftkammern wird eine wechselnde Druckentlastung mehrfach stündlich ermöglicht.



Wechseldruckmatratzen kleinzellig
Siehe auch unsere Fortbildungs CD
Die kleinzelligen Wechseldruckmatratzen werden von den großzelligen Wechseldruckmatratzen unterschieden. Der Effekt der kleinzelligen Wechseldruckmatratzen ist fragwürdig, da sie keine ausreichende Druckentlastung bewirken, um eine entsprechende Sauerstoffsättigung im Gewebe zu erreichen.



Wechseldruckmatratzen großzellig
Siehe auch unsere Fortbildungs CD
Großzellige Wechseldruckmatratzen ermöglichen nach internationalen Untersuchungsergebnissen eine nahezu ideale Lagerung, da pro Zyklus eine absolute Druckentlastung erreicht werden kann.



Weichlagerung
Die meisten Antidekubitussysteme basieren auf den Überlegungen einer optimalen Anpassung der Matratze an die Körperoberfläche der Gefährdeten und damit einer Vergrößerung der Auflagefläche nach dem Archimedischen Prinzip zu realisieren. Dabei gilt, je mehr sich die Matratzenoberfläche dem Gefährdeten anpassen kann, desto größer wird die Auflagefläche und desto geringer ist der Auflagedruck.



Windeldermatitis
Inkontinenz bedeutet in aller Regel, Windeln tragen zu müssen. Leider haben Windeln aber einen entscheidenden Nachteil, der übrigens umso größer ist, je besser die Windel abdichtet: Die darin eingepackte Haut wird stark gereizt und reagiert sehr häufig mit einer Entzündung, der so genannten Windeldermatitis (Windelausschlag).
Bei der gereizten Windelhaut haben unter anderem Hefepilze ein leichtes Spiel und greifen die Haut an. Hinzu kommt, dass ältere Menschen ein schwächeres Immunsystem besitzen. So hat der Körper einer Pilzinfektion nur wenig entgegenzusetzen.



Wundanalyse
Vorraussetzung sowohl für eine adäquate lokale Wundbehandlung als auch für die Dokumentation des weiteren Heilungsverlaufs ist die ausreichende Beurteilung und Diagnostik des Dekubitus. Dabei werden Lokalisation, Stadium, Größe und Tiefe, Wundbeschaffenheit und die Wundumgebung beurteilt.



Wundbehandlung konservativ
Die lokale konservative Wundbehandlung eines Dekubitus beinhaltet die Beurteilung des Dekubitus, die Entfernung von abgestorbenem Gewebe (Nekrose), die kontinuierliche Wundreinigung, das Anlegen eines physiologischen Wundverbandes und Maßnahmen, die der Prävention und Behandlung einer Infektion dienen.



Wundheilungsstörungen
Patienten mit einem schlechten Ernährungszustand haben ein erhöhtes Risiko für Wundheilungsstörungen. Für den Wiederaufbau von zerstörtem Gewebe benötigt der Körper in erster Linie Eiweiß. Die Ernährung hat einen entscheidenden Einfluss auf die Wundheilung.



Wundreinigung
Nach dem chirurgischen Débridement muss die Wunde kontinuierlich gereinigt und gesäubert werden. Dazu gibt es folgende Möglichkeiten:

• enzymatischen Wundreinigung
• physikalischen Wundreinigung
• autolytischen Wundreinigung

Bei der enzymatischen Wundreinigung erfolgt durch Enzymkombinationen die hydrolytische Spaltung körpereigener Substanzen. Nekrosen werden angedaut, Koagel und Wundexsudat verflüssigt. Voraussetzung für die Wirksamkeit der Enzyme ist ein feuchtes Wundmilieu. Die Handhabung kann je nach Präparat zeitaufwendig sein und einen häufigen Verbandwechsel erforderlich machen.
Bei der physikalischen Wundreinigung werden oft feuchte, mit Kochsalz getränkte Kompressenverbände zur Nekrosenaufweichung eingesetzt. Solche Verbände erfordern einen hohen Pflegeaufwand, sie sind schlecht zu fixieren und können die umgebende gesunde Haut mazerieren.
Zur Säuberung der Wunde von Geweberesten, Keimen und abgestorbenen Zellen sind Wundspülungen mit physiologischer Kochsalz- oder Ringerlösung geeignet. Zu beachten ist, die feuchten Kompressenverbände haben ein Dochtwirkung, wenn sie mit Sekret durchweicht sind. Das heißt, Keime können von außen in die Wunde transportiert werden.
Bei der physikalischen Wundreinigung durch spezielle Wundauflagen wird überschüssiges Wundsekret und damit Keime und Gewebereste in die Wundauflage aufgenommen und vom Wundgrund entfernt. Geeignete Verbände zur Wundreinigung reichen von Vliesverbänden, die mit krostallinem Kochsalz imprägniert sind, über Aktivkohle-Silber-Auflagen und Polyurethanschaum-Auflagen bis zur Gruppe der hydroaktiven Verbände wie Hydrogele, Hydrokolloide und Alginate. Voraussetzung für eine ausreichende Wirkung der gewählten Wundauflage ist dabei der enge Kontakt des Verbandes mit der eigentlichen Wundfläche.
Bei der autolytischen Wundreinigung werden durch die Erhaltung eines physiologischen feuchten Wundmilieus die natürlichen körpereigenen Wundreinigungsmechanismen unterstützt. Dadurch wird die Entfernung von nekrotischen Geweben und fibrinösen Belägen erleichtert. Vor allem hydroaktive Verbände gewähren das dafür notwendige feuchte Wundmilieu. Hydrogele sind aufgrund ihres hohen Wasseranteils besonders geeignet, die autolytischen Vorgänge zu fördern und trockene, nekrotische Beläge aufzuweichen und zu entfernen.